Cattle Drive, ein knochenharter Job

 
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Cattle Drive - Der klassische Viehtrieb kehrt zurück

Cattle Drive, ein knochenharter Job

Wenn man sich vorstellt, dass etwa 30 Millionen Rinder in Downunder ihre Heimat haben, kann man sich leicht vorstellen, dass Australien einer der größten Rindfleischexporteure der Welt ist. Grund genug, einmal nachufragen, wie die Rinder transportiert werden.
Heutzutage wird ein Viehtrieb mit Lastwagen durchgeführt, die Rinder kommen auf den Trasporter und werden von A nach B gefahren. Früher wurden die Rinder von den sogenannten Stockmen, der australischen Variante des amerikanischen Cowboys, von einem Ort zum anderen getrieben. Cattle Drive, der Viehtrieb, ist ein anstrengender knallharter Job und bedarf ebenso harter Männer. Da man immer auf das Gewicht der Rinder bedacht war, durfte ein solcher Viehtrieb nicht zu schnell von statten gehen, denn das hätte zu hohen Gewichtsverlust und somit einen schlechteren Verkaufspreis bedeutet.

Stockmen

Selbst im Zeitalter der Eisenbahn waren enorme Wege von Vieh und Stockmen zwischen Heimatstall und Bahnhof zurückzulegen. Die Plackerei in der glühenden Sonne während des Tages stand im krassen Gegensatz zur Kühle der Nacht. Nach 16 Stunden im Sattel wollte man nur noch eine Mahlzeit und ein Nachtlager. Schlafen war nur unter freiem Himmel möglich, das Essen wurde über einer offenen Feuerstelle zubereitet und wärmte die Stockmen in den oft bitterkalten Nächten.
Die Stockmen waren nicht nur für den Viehtrieb verantwortlich, sondern auch für das Anbringen des Brandzeichens auf den Rindern. Eine gefährliche Arbeit, die schon zu vielerlei Unfällen bei den Viehtreibern geführt hat.

Moderner Viehtrieb

Im Zuge der Modernisierung wurde der Viehtransport im Lauf der Zeit auf Lastwagen verlegt. Oft sind ganze Roadtrains - das sind Lastwagen mit drei und mehr Anhängern - notwendig, um eine ganze Herde wegzuschaffen. Viehtreiber gab es dadurch so gut wie keine mehr.
In den letzten Jahren allerdings wird in Australien wieder auf die gute alte Tradition zurückgegriffen. Immer mehr Farmer entscheiden sich für den klassischen Viehtrieb mit Stockmen, weil der Stress für die Rinder im Lastwagen wesentlich größer ist als auf der Piste. Und geht man den ganzen Cattle Drive ruhig an, verlieren die Tiere auch nicht zu viel Gewicht.
So wurde auch der Birdsville Track wieder aktiviert. Etwa 600 Rinder legen die mehr als 500 Kilometer von Queensland bis Marree in Südaustralien in Begleitung von Stockmen auf dem Viehtriebweg zurück. Und auch heute übernachten die Männer beim Vieh, mit Lagerfeuer und Zelten in Schlafsäcken. Doch mit Romantik hat dieser knochenharte Job nichts zu tun.


Geschrieben von Dagobert Wiedamann ( dw [at] wiedamann.de )
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