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Sich für einen bestimmten Beruf zu entscheiden, ist für viele Menschen schon schwierig genug. Das liegt natürlich auch daran, dass unser System der Berufsausbildung weitgehend noch immer der uralten Vorstellung einer lebenslangen Tätigkeit entspricht. Selbst in unserer Zeit, in der lebenslanges Lernen zu einer Tugend erhoben wurde und kaum noch ein Mensch sein ganzes Berufsleben in einem einzigen Unternehmen verbringt, geht es häufig nur darum, sich in neue Spezialgebiete einzuarbeiten oder sich innerhalb eines Gebietes weiterzuqualifizieren, etwa durch ein Aufbaustudium.
Wer sich dagegen beispielsweise in der Mitte seines Lebens beruflich völlig neu orientieren möchte, der sieht sich oft schier unüberwindbaren gesellschaftlichen Hindernissen gegenüber. In einer Zeit, in der schon ein Vierzigjähriger mit jahrelanger Berufserfahrung vielen Arbeitgebern als zu alt erscheint, um auf eine Neueinstellung hoffen zu dürfen, hat jemand, der in diesem Alter erstmals in einem neuen Beruf Fuß fassen möchte, praktisch keine Chance.
Das gilt auch in hochqualifizierten Bereichen wie etwa dem Maschinenbau – was eine Überwindung des Fachkräftemangels zum Beispiel im Engineering natürlich besonders schwer macht. Auf jeden Fall haben die meisten Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen, diese Tatsache im Hinterkopf – dass sie eine Entscheidung fürs Leben treffen, die sich später nur schlecht korrigieren lässt. Aber als sei das noch nicht genug, schließt sich gerade in den höherqualifizierten Berufen meist gleich die nächste Frage an: Welcher Ort ist der geeignete für die Berufsausbildung? In welcher Stadt man eine handwerkliche Ausbildung macht, spielt sicher keine große Rolle. Ganz anders aber ist es mit den meisten Studiengängen. Ist beispielsweise für ein Studium im Bereich Engineering Hamburg die richtige Stadt? Die Auswahl der richtigen Hochschule beginnt bereits mit der Frage, welche Abschlüsse jeweils überhaupt angeboten werden. Um bei dem genannten Beispiel zu bleiben: An der Technischen Universität Hamburg-Harburg lässt sich derzeit der Bachelor of Engineering nur mit der Ausrichtung Bauingenieurwesen erwerben, während eine andere Ingenieursausbildung lediglich den Bachelor of Science ermöglicht.
Andernorts lässt sich hingegen der Bachelor of Engineering auch mit der Ausrichtung Maschinenbau erwerben. Mit diesen unterschiedlichen Abschlüssen verbindet sich auch ein unterschiedliches Selbstverständnis der jeweiligen Ausbildungsstätten und damit auch unterschiedliche Studieninhalte. Die Entscheidung für den richtigen Ausbildungsort – zusätzlich zum richtigen Beruf – erfordert auf jeden Fall eine gründliche Information. Leider werden viele junge Menschen in dieser Hinsicht von Schule und Gesellschaft allein gelassen.
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