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Wer kennt das nicht - man steht im Stau, es geht nicht vor und nicht zurück, die nächste Ausfahrt ist viele Kilometer entfernt, man ist zum Ausharren verdammt. Da wünschen sich der Fahrer und seine ebenso gebeutelten Insassen, das Auto könne per Knopfdruck zum Schweben gebracht werden um dann mit Vollgas über die endlose Blechlawine zu fliegen.
Das wäre eine Erfindung von der unendlich viele gebeutelten Autofahrer träumen. Vor etwa 150 Jahren gab es noch gar keine Autos und von einigen wenigen Eisenbahnstrecken abgesehen, hatte man nur Pferdekutschen um Menschen eine längere Strecke über Land zu befördern. Da träumte man von motorisierten Kutschen, die individuell und ohne bockiges Pferdevieh zu steuern waren. Die Hausfrauen der 50er Jahre hatten noch gemauerte Wäschezuber, die von unten mit Kohle beheizt wurden. Die Wäsche wurde mühevoll über mehrere Stunden manuell mit einem langen Holz im Wasser bewegt. Nicht selten wurde die besonders schmutzige Wäsche noch zusätzlich auf einem Waschbrett mit Seife geschrubbt.
Wer kann sich in unserem Kulturkreis heute noch ein Leben ohne Auto und Waschmaschine vorstellen? Es sind die Mühen des Alltags, die viele Erfinder auf den Weg gebracht haben. Ihr Antrieb war, das Alltagsleben zu erleichtern und so tüftelten und probierten sie so lange, bis ihre Vision Realität geworden war. Aber so bald die neuen Erfindungen zum Alltag gehörten, stellten sich den Nutzern neue Probleme, die gelöst werden wollten. Nachdem die Waschmaschinen millionenfach in den Wohnungen standen und den Hausfrauen eine schöne Zeitersparnis und weniger Plackerei brachten, dauerte es nicht lange, da wollte man es noch ein bisschen bequemer.
Die Maschinen waren ja nur halbautomatisch und die Wäsche musste zum Schleudern aus der Waschmaschine genommen werden und in einer separaten Schleuder wurde das Wasser herausgeschleudert. Anschließend musste die Wäsche noch herausgenommen werden und zum Trocknen aufgehängt werden. Mittlerweile gibt es nur noch vollautomatische Waschmaschinen, aber die Wäsche muss zum Trocknen immer noch per Hand aus der Maschine genommen werden. Für die, denen auch das Wäscheaufhängen noch zu lästig ist, gibt es auch vollautomatische Wäschetrockner.
Die „Mühen des Alltags“ werden zu jeder Zeit neu definiert und daher darf es auch niemand wundern, dass wir mit dem Traum vom motorisierten Individualverkehr trotz perfekter Organisation immer wieder an Grenzen stoßen, die uns etwas anderes wünschen lassen. Weniger Sprit-Verbrauch, noch größere Reichweite, noch stärkere Motoren, noch bequemere Sitzplätze, noch mehr und noch breitere Autobahnen... Man sieht, Erfinder werden weiter gebraucht, solange die Menschen bestehen.
Für das oben beschriebene Problem im Stau hat ein amerikanischer Erfinder auch schon eine Lösung entwickelt, das „Skycar“. Allerdings ist es mit 1.000.000 Dollar so kostspielig, dass man sich im Grunde auch mit Charter-Jet und Taxi bequem zu jedem Ort der Welt bringen lassen kann.
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