Sind Reiche wirklich zu beneiden?

 
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Wer Zeit sparen möchte leistet sich Hauspersonal

Wäre es nicht schön, einmal so richtig reich zu sein, mit allem Drum und Dran – mit einer großen Villa, eigenem Hauspersonal, ein paar tollen Autos und natürlich dem zugehörigen Chauffeur, mit viel Geld auf dem Konto und einer Privatsekretärin, die einem dabei hilft, es zu verwalten?

Die Möglichkeit besteht ja – nicht nur, wenn man über eine hervorragende Ausbildung verfügt, einen außergewöhnlich gut bezahlten Job hat, tolle Beziehungen sein eigen nennt und zu allem Überfluss auch noch vom Glück begünstigt ist. Nein, zumindest theoretisch kann jeder von heute auf morgen, etwa durch einen Lottogewinn, in diese Situation kommen. An dieser Stelle soll allerdings gleich darauf hingewiesen werden, wie unvorstellbar unwahrscheinlich so ein Lottogewinn ist – schon die Wahrscheinlichkeit für einen normalen Sechser, also ohne Superzahl oder besonderen Jackpot, beträgt nur eins zu etwa vierzehn Millionen. Seine ganze Lebensplanung auf diesen doch eher nicht zu erwartenden Glücksfall auszurichten, ist keine besonders kluge Strategie. Dann doch schon lieber Ausbildung, Job, Beziehungen und ein wenig Glück. Denn an seiner Ausbildung kann man täglich arbeiten – und sei es nur, dass man regelmäßig entsprechende Bücher liest -, auch Beziehungen fallen nicht vom Himmel, sondern können gezielt aufgebaut werden – im Zeitalter von Internetforen leichter denn je. Mit verbesserten Fähigkeiten und neuen Beziehungen ist dann auch der besser bezahlte Job nur eine Frage der Zeit. Und Glück hat bekanntlich auf die Dauer nur der Tüchtige.

Ein mühseliger Weg, zugegeben. Umso mehr sollte man sich einmal ganz ehrlich die Frage stellen, ob die eingangs geschilderte Vision vom Reichtum wirklich den ganzen Aufwand lohnt. Was bedeutet es denn eigentlich in der Praxis, ständig von Hauspersonal umgeben zu sein? Möchte man das wirklich – dieses ständige Bewusstsein, die eigenen vier Wände mit Fremden zu teilen, die früher oder später Einblick in jedes intime Geheimnis gewinnen? Die vielleicht eines Tages gegen Geld diese Geheimnisse ausplaudern, wie man es täglich in der Boulevardpresse erlebt? Und möchte man sich wirklich Tag und Nacht darüber Gedanken machen, ob man sein Geld auch sicher angelegt hat? Möchte man der eigenen Ehefrau ständig erklären, warum man schon wieder die halbe Nacht mit seiner Privatsekretärin verbracht hat? Vielleicht ist das Leben als Reicher ja doch gar nicht so traumhaft, wie man sich das als Außenstehender manchmal vorstellt. Bis man sich diesbezüglich sicher ist, kann es aber wohl nicht schaden, sich dem Ziel im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter anzunähern.

Selbst wenn man sich letzten Endes doch kein eigenes Personal ins Haus holen möchte: Lebenslanges Lernen und der Aufbau eines eigenen Beziehungsnetzwerkes haben noch niemandem geschadet!

 

Hauspersonal



Geschrieben von Andreas Mettler ( presse [at] mettlerweb.de )
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