Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK zeigt, was auch die Praxis immer wieder lehrt und jeder Anleger bei seiner eigenen Geldanlage vermeiden sollte: regionale Übergewichtung. Laut der Studie legen mehr als 83 Prozent aller deutschen Anleger ihr Geld innerhalb von Deutschland, also auch in deutsche Aktien und Fonds, an.
In US-Werte investieren nur noch etwas mehr als 32 Prozent und in Russland gar nur 1,4 Prozent. Für einen deutschen Privatanleger ist es natürlich wesentlich einfacher, deutsche Unternehmen und deren Geschäftsentwicklung zu verstehen. Das Problem dabei ist aber, dass man sich auf diese Weise vom Wohl und Gedeihen eines einzigen regional begrenzten Marktes abhängig macht. Auch wenn die Geldanlage im Ausland nicht jedermanns Sache ist, so empfehlen Experten immer wieder, schon beim Aufbau der Basis eines jeden Portfolios auf weltweit anlegende Aktienfonds zu setzen und regionale Schwerpunkte erst in einer späteren Stufe des Vermögensaufbaus zu setzen. Leider lassen sich Anleger trotz der Kenntnis dieser Regeln dann doch wieder von Gefühlen und der Vertrautheit von Werten großer deutscher Aktiengesellschaften leiten und gewichten diese im eigenen Depot viel zu hoch. Jedoch sollte nicht nur regional gestreut werden, sondern auch die Anlageformen sowie Branchen sollten in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Ein Depot voller Aktien kann zwar auf dem Papier eine schöne Rendite erwirtschaften, ist aber auch extrem volatil. Anleihen, Rohstoffe in Form von Zertifikaten oder Fonds, oder Immobilienbeteiligungen nehmen die Schwankungen aus einem Depot und sorgen dafür, dass der Anleger auch die Renditechancen dieser Anlageklassen nutzen kann. Durch ihre Unabhängigkeit voneinander lassen sich so auch leichter turbulentere Börsenphasen überstehen, wie wir sie seit 2007, ausgelöst durch die Finanzkrise, erleben. Hier sind aber nicht nur die Anleger, sondern auch Banken und Berater gefragt, bei der Auswahl der Anlagevehikel nicht nur auf die Provision, sondern das ausgewogene Verhältnis und den Nutzen für den Kunden zu schauen. Dann klappt es auch mit der langfristigen Geldanlage.
Geschrieben von Daniel Franke ( info [at] franke-media.net )
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