Die erste Brille der Menschheit

 
Startseite arrow Online einkaufen arrow Die Brille ist gar keine so neue Erfindung.



Schon seit vielen Jahrhunderten nutzen Menschen die Brille

Man erzählt sich, dass im alten Rom Kaiser Nero die Gladiatorenkämpfe häufig durch einen großen Smaragd beobachtete. Daher haben einige Historiker vermutet, dies sei der erste dokumentierte Einsatz einer optischen Sehhilfe. Doch mittlerweile geht man davon aus, dass der schöne grün-schimmernde Edelstein, den Nero in der Arena benutzte eher eine Art Sonnen- oder Blendschutz war.

Das Grün war dem Kaiser sicher besonders angenehm für die Augen und wenn also von einer ersten Brille der Menschheit die Rede sein sollte, dann war es hier wohl der Vorläufer der Sonnenbrille. Der arabische Wissenschaftler und Naturforscher Abu Ali al Hasan Ibn al Haitam (965-1039) schrieb ein Buch über die Lehre des Sehens. Er nannte es "Schatz der Optik" und darin berichtet er u.a. über die Lichtbrechung (Refraktion) und die Reflexion. In diesem Zusammenhang stellte er Überlegungen an, das Auge mit einer geschliffenen optischen Linse zu unterstützen. Obwohl er selbst ein solches Hilfsmittel nicht herstellen konnte, gilt er als der Wegbereiter für den später erfundenen „Lesestein“, der schließlich zur Erfindung der Brille führte. Etwas mehr als hundert Jahre später übersetzte der Franziskanermönch Erazm Golek Vitello das Buch des Arabers ins Lateinische und nun griffen Mönche aus Westeuropa Ibn al Haitams Gedanken auf und fertigten überhalbkugelige Plankonvexlinsen aus Quarz oder Bergkristall - den Lesestein. Man legte diese erste Lesehilfe mit der ebenen Fläche auf die Schriften und erreichte eine echte Vergrößerung der Schriftzeichen. Nun konnten alterssichtig gewordene Klosterbrüder wieder lesen! Es war der Beginn vom Aufstieg der Sehhilfen, die heute nicht nur für Mönche und Adlige zu haben ist, sondern von der breiten Masse der Bevölkerung.

Auch der französische Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes hatte schon im Jahre 1636 die Idee zu einer Linse, die man direkt auf dem Auge tragen könnte. Es dauerte dann noch volle 3 Jahrhunderte bis im Jahre 1951 Heinrich Wöhlk die ersten harten cornealen Kontaktlinsen aus Plexiglas auf den Markt brachte. Obwohl Brillen den Markt –noch- dominieren, sind Kontaktlinsen der große Renner, denn wir können Linsen anstatt einer Brille vor die Augen setzen und unser Gesicht verändert sich nicht. Es gibt noch mehr Vorteile: es gibt keine beschlagenen Gläser, kein Gewicht auf der Nase, kein Verrutschen beim Sport und man erhält sich das große Gesichtsfeld, das mit Brille ja schlagartig kleiner wird. Und, zwei sich liebende Brillenträger stoßen bei jeder innigen Umarmung mit ihren Gestellen aneinander. Also ist auch ziemlich klar, welche Sehhilfe mehr Sex-Appeal hat...



Geschrieben von Andreas Mettler ( presse [at] mettlerweb.de )
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